Ich würde das mal als Unwissen bei elektrotechnisch nicht so versierten bezeichnen. Das ist ja auch kein Problem dann da kurz nachzufragen, wie man beim dreiphasigen Drehstrom die Leistung berechnet. Da die meisten aus der Schule die Rechnung P=U*I noch im Kopf haben, kann ich das schon verstehen, dass es dann verwirrend ist, da auf dem Bildschirm die Leiter-Leiter Spannung (im obigen Fall 393V) angezeigt wird und damit die Formel nicht passt.
Um es noch einmal komplett sauber für alle zu schreiben: Um die Leistung im dreiphasigen Netz berechnen zu können habt ihr folgende Möglichkeiten:
- P=(UL1+UL2+UL3)*I
Bei dieser Rechnung muss für jede Phase die Spannung bekannt sein (oder man rechnet überschlagmäßig einfach mit 230V pro Phase). Somit müssen die einzelnen Spannungen in Deutschland um die 230V sein, die für UL1 / UL2 / UL3 eingesetzt werden.
- P=U*I*sqrt(3).
Hierbei wird für U die Leiter-Leiter Spannung verwendet, diese zeigt SMART auch beim dreiphasigen Laden auf dem Bildschirm an. Diese Spannung liegt in Deutschland um die 400V. Aufgrund der Phasenverschiebung zwischen den einzelnen Sinuswellen auf den drei Leitern, muss noch die Wurzel aus 3 multipliziert werden, um aus der verketteten Spannung die Spannung der einzelnen Phasen zu bekommen.
Zu dem Thema, dass der Smart nie die volle Leistung am AC-Lader nimmt, das ist seit Anfang an ein bekanntes Problem. Um wirklich mit 11kW zu laden, muss die Wallbox ca. 16,8A anbieten, damit dies sauber funktioniert. Hier kann ich bei meinem aber große Unterschiede zwischen intelligenten Wallboxen und einfachen "dummen" Wallboxen erkennen. So lädt mein #1 an der Zappi meiner Eltern mit knapp über 11kW, da ich die Zappi auf 17,2A hochgedreht habe. An der einfachen ABL der Schwiegereltern, an der ich nichts einstellen kann, lädt er immer mit 10,8kW. Keine Ahnung ob ABL da entsprechend etwas mehr als 16A bereit stellt, oder wo das Problem genau liegt.
Letztendlich ist das aber meiner Meinung nach jammern auf hohem Niveau. Ich war über 1 1/2 Jahre Laternenlader und da war der 22kW OBC gold wert und ich konnte trotz der 20,9kW die ich nur bekommen habe ohne Probleme innerhalb von 4 Stunden von 0% auf 100% laden. Und zuhause an der 11kW Wallbox macht es jetzt auch keinen großen Unterschied, ob ich 10,2kW oder 11kW pro Stunde lade. Das wäre bei dem gleichen Ladehub von 0% auf 100% dann auch nur eine halbe Stunde die ich sparen würde und das bei einer Ladezeit von 6 Stunden. Ich denke das ist verkraftbar und wenn ich es häufiger eiliger mit dem Nachladen habe, dann sollte ich mir eben eine 22kW Wallbox einbauen lassen.